Die Internationale Energieagentur hat ihren großen Jahresbericht zur Photovoltaik vorgelegt: Weltweit wurden 2025 rund 690 Gigawatt Solarleistung neu gebaut, insgesamt sind jetzt fast 3 Terawatt am Netz. Hinter den Rekordzahlen stecken zwei Entwicklungen, die auch Hausbesitzer in Hildesheim und Hannover direkt betreffen: Dachanlagen wachsen kräftig, und Batteriespeicher werden zum Standard. Wir haben den Bericht gelesen und ordnen die wichtigsten Zahlen ein.
Was ist der IEA-PVPS-Trendbericht?
Das Photovoltaic Power Systems Programme (PVPS) ist ein Forschungsprogramm der Internationalen Energieagentur (IEA). Darin tragen Fachleute aus zahlreichen Mitgliedsländern jedes Jahr die offiziellen Ausbauzahlen zusammen. Der Bericht „Trends in Photovoltaic Applications 2026“ erschien am 24. September 2026 und gilt als eine der gründlichsten Bestandsaufnahmen des Weltmarkts.
Schon im April hatte das Programm einen kürzeren „Snapshot“ mit vorläufigen Zahlen veröffentlicht (damals rund 698 Gigawatt Zubau). Der jetzige Trendbericht enthält die überarbeiteten, detaillierteren Werte. Kleine Abweichungen zwischen beiden Ausgaben sind normal, weil Länder ihre Statistiken nachträglich korrigieren.
Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick
| Kennzahl | Wert 2025 |
|---|---|
| Neu installierte PV-Leistung weltweit | rund 690 GW (+15 % gegenüber 2024) |
| Installierte Leistung insgesamt (Ende 2025) | 2,96 TW |
| Anteil China am Zubau | 415 GW, rund 60 % |
| Zubau in der EU | 68 GW (+5 %) |
| Länder mit mehr als 1 GW Zubau | rund 36 |
| Theoretischer Anteil am weltweiten Strombedarf | rund 12 % |
| Beschäftigte in der PV-Branche | rund 8,2 Millionen |
Zur Größenordnung: Ein Gigawatt (GW) sind eine Million Kilowatt. Die 690 Gigawatt des Jahres 2025 entsprechen also rechnerisch rund 69 Millionen Einfamilienhaus-Anlagen mit je 10 Kilowatt Spitzenleistung. Ein Terawatt (TW) sind 1.000 Gigawatt.

China dominiert, aber der Markt wird breiter
China hat mit 415 Gigawatt allein rund 60 Prozent des weltweiten Zubaus gestemmt. Dahinter folgen Indien (54 GW), die USA (43 GW) und Deutschland (18 GW). Auf Platz fünf liegt nach einer Schätzung Pakistan mit rund 14 Gigawatt.
Bemerkenswert ist die Breite: Rund 36 Länder haben 2025 jeweils mehr als ein Gigawatt installiert. Photovoltaik ist damit längst keine Nischentechnik einiger weniger Industrieländer mehr.
Dezentrale Anlagen legen deutlich zu
Für Hausbesitzer ist ein Detail besonders interessant: Der Zubau sogenannter dezentraler Anlagen, also Anlagen auf Wohnhäusern, Gewerbedächern und in der Nähe der Verbraucher, stieg laut IEA-PVPS von 228 Gigawatt (2024) auf 282 Gigawatt (2025). Das sind gut 40 Prozent des gesamten Zubaus. Der Bericht nennt den Eigenverbrauch als wichtigen Treiber: Wer Solarstrom selbst nutzt, spart den teuren Netzbezug.
Speicher: von der Ausnahme zur Regel
Noch deutlicher ist der Trend bei Batteriespeichern. In Europa und den USA zusammen wurden 2020 jährlich 2,9 Gigawattstunden Speicherkapazität neu installiert, 2025 waren es 79 Gigawattstunden, mehr als das 25-Fache. Die Zahl umfasst Heimspeicher ebenso wie große Netzspeicher.
Die Autorinnen und Autoren des Programms sehen darin eine neue Phase. Schon im April-Snapshot hieß es sinngemäß, Systemintegration, Flexibilität und Speicher würden „jetzt zu den entscheidenden Faktoren“. Gemeint ist: Es reicht nicht mehr, möglichst viele Module aufzustellen. Der Strom muss auch dann verfügbar sein, wenn er gebraucht wird.

Technik: n-Typ-Zellen haben übernommen
Auch bei der Zelltechnik zeigt der Bericht einen klaren Wandel: Rund 82 Prozent der Siliziumscheiben (Wafer) für die Zellproduktion waren 2025 n-Typ-Wafer. Auf ihnen beruhen die heute verbreiteten Zelltypen TOPCon und Heterojunction (HJT). Perowskit- und Tandemzellen sind laut IEA-PVPS noch in Pilotfertigung und früher Demonstration.
Kurz erklärt: n-Typ und p-Typ
Reines Silizium leitet Strom schlecht. Deshalb bringt man gezielt Fremdatome ein („Dotierung“). Bei p-Typ-Silizium ist das meist Bor; es entstehen positive Ladungslücken. Bei n-Typ-Silizium ist es Phosphor; es gibt zusätzliche freie Elektronen. Lange war p-Typ Standard, weil es billiger herzustellen war. n-Typ-Wafer sind aber weniger anfällig für bestimmte Alterungseffekte, etwa den lichtinduzierten Leistungsverlust in den ersten Betriebsstunden, und erlauben höhere Wirkungsgrade. Für Sie heißt das: Die meisten heute angebotenen Module beruhen bereits auf dieser Technik.
Deutschland: solide, aber unter Plan
Deutschland liegt beim Zubau weltweit auf Platz vier. Die IEA nennt rund 18 Gigawatt für 2025. Die Bundesnetzagentur hatte im Januar vorläufig 16,4 Gigawatt gemeldet, der Branchenverband BSW-Solar rechnete mit 17,5 Gigawatt. Die Unterschiede erklären sich unter anderem durch Nachmeldungen im Marktstammdatenregister und unterschiedliche Erhebungsmethoden.
Insgesamt waren laut Bundesnetzagentur Ende 2025 rund 117 Gigawatt installiert. Etwa die Hälfte des Zubaus entfiel 2025 auf Freiflächenanlagen, 2024 war der Anteil der Dachanlagen noch rund doppelt so groß. Steckersolargeräte („Balkonkraftwerke“) kamen auf rund 430.000 Geräte mit zusammen etwa 0,5 Gigawatt. Für das gesetzliche Ziel von 215 Gigawatt bis 2030 wären nach Rechnung der Bundesnetzagentur durchschnittlich 19,6 Gigawatt pro Jahr nötig.
Wie der Rahmen für neue Dachanlagen künftig aussehen soll, wird gerade im Bundestag verhandelt. Den aktuellen Stand lesen Sie in unserem Beitrag zur EEG-Novelle.
Was bedeutet das für Sie?
- Ausgereifte Technik: Der weltweite Massenmarkt sorgt dafür, dass Module technisch ausgereift und in großer Stückzahl verfügbar sind. Laborrekorde wie Perowskit-Tandemzellen sind spannend, spielen für eine Anlage, die Sie heute planen, aber noch keine Rolle.
- Eigenverbrauch zählt: Der weltweite Trend deckt sich mit der Lage in Deutschland. Je weniger die Einspeisung bringt, desto wichtiger wird es, den eigenen Strom selbst zu nutzen, etwa für Haushalt, Wärmepumpe oder E-Auto.
- Speicher mitdenken: Ein Batteriespeicher verschiebt Solarstrom vom Mittag in den Abend. Ob und in welcher Größe er sich für Sie lohnt, hängt vom Verbrauchsprofil ab und sollte im Einzelfall geprüft werden. Neue Regeln wie MiSpeL und die Diskussion um Netzentgelte zeigen, dass auch die Politik Speicher zunehmend in den Blick nimmt.
- Intelligente Steuerung: Wenn Flexibilität der entscheidende Faktor wird, gewinnen Energiemanagement und steuerbare Verbraucher an Bedeutung. Eine Anlage, die heute gebaut wird, sollte darauf vorbereitet sein.
Wie PV-Anlage, Speicher und Energiemanagement bei uns zusammenspielen, zeigen wir auf unserer Seite zu SolaX-Batteriespeichern. Für eine Planung Ihres Dachs können Sie gern ein Angebot anfordern.
Quellen
- „Trends in Photovoltaic Applications 2026“, IEA-PVPS, 24.09.2026: iea-pvps.org/trends_reports/trends-2026/
- „Snapshot of Global PV Markets 2026“, IEA-PVPS, April 2026: iea-pvps.org/snapshot-reports/snapshot-2026/
- „IEA-PVPS-Bericht: Globaler Photovoltaik-Ausbau 2025 bei 690 Gigawatt“, Solarserver, 25.09.2026: solarserver.de
- „Bundesnetzagentur: So war der Ausbau der erneuerbaren Energien 2025“, Solarserver, 08.01.2026: solarserver.de
- „Bundesnetzagentur erwartet lediglich 16,4 Gigawatt Photovoltaik-Zubau für 2025“, pv magazine, 08.01.2026: pv-magazine.de
