Wärmepumpe, E-Auto, vielleicht eine Einliegerwohnung oder ein kleiner Betrieb auf dem Hof: Wenn der Strombedarf wächst, wird auch die PV-Anlage größer – und mit ihr die Anforderungen an den Wechselrichter. Der SolaX X3-ULTRA ist für genau diesen Bereich zwischen 15 und 30 Kilowatt gebaut. Wir sehen uns an, was ihn technisch von kleineren Hybrid-Wechselrichtern unterscheidet und für wen er sinnvoll ist.
Wofür der X3-ULTRA gedacht ist
Ein typisches Einfamilienhaus kommt mit einem Wechselrichter von 8 bis 12 Kilowatt gut aus. Doch immer mehr Dächer werden größer belegt, weil Wärmepumpe und E-Auto den Jahresverbrauch deutlich anheben. Dazu kommen Mehrfamilienhäuser, landwirtschaftliche Gebäude und kleine Gewerbebetriebe. Für sie hat SolaX den X3-ULTRA entwickelt – einen dreiphasigen Hybrid-Wechselrichter, also ein Gerät, das Solarstrom ins Hausnetz wandelt und zugleich eine Batterie lädt und entlädt.
Der Hersteller bietet ihn in den Leistungsklassen 15, 19,9, 20, 25 und 30 kW an, teils in zwei Varianten mit zwei oder drei MPP-Trackern. Bei uns ist er das Gerät der Wahl, wenn die kleineren Serien X3-IES-P oder X3-HYB-G4 PRO an ihre Grenzen kommen. Einen Überblick über alle Serien finden Sie auf unserer Seite SolaX-Wechselrichter.
Der Aufbau: Was in dem Gerät passiert
Von außen ist der X3-ULTRA ein Gehäuse von rund 70 × 53 × 24 Zentimetern und knapp 50 Kilogramm. Innen arbeiten mehrere Stufen zusammen, die man sich wie Stationen eines Verteilzentrums vorstellen kann.

- MPP-Tracker: Jedes Modulfeld – etwa die Ost- und die Westseite des Dachs – hängt an einem eigenen Tracker. Er stellt Spannung und Strom laufend so ein, dass das Feld gerade die meiste Leistung abgibt.
- DC-Zwischenkreis: Hier laufen die Gleichströme aus den Modulen und aus der Batterie zusammen. Er ist die „Sammelschiene“ des Geräts.
- Batterie-Wandler: Zwei getrennte Batterieeingänge mit je bis zu 30 Ampere laden und entladen den Speicher – zusammen bis 60 Ampere.
- Wechselrichter-Brücke: Sie formt aus dem Gleichstrom den dreiphasigen Wechselstrom mit 230/400 Volt, der ins Hausnetz oder ins öffentliche Netz fließt.
- Notstrom-Ausgang (EPS): Fällt das Netz aus, trennt sich das Gerät und versorgt die angeschlossenen Verbraucher weiter aus Batterie und Modulen.
Kurz erklärt: MPP-Tracker
MPP steht für „Maximum Power Point“, den Punkt der höchsten Leistung. Ein Solarmodul liefert nicht bei jeder Spannung gleich viel Leistung: Bei zu niedriger Spannung bleibt Leistung ungenutzt, bei zu hoher bricht der Strom ein. Wo genau der beste Punkt liegt, ändert sich mit Einstrahlung, Temperatur und Verschattung ständig. Der MPP-Tracker sucht ihn immer wieder neu. Mehrere Tracker erlauben es, unterschiedlich ausgerichtete oder verschattete Dachflächen getrennt optimal zu betreiben. Ausführlicher erklären wir das im Beitrag Bypass-Dioden und MPP-Tracker.
Warum 36 Ampere je Tracker wichtig sind
Die auffälligste Kennzahl im Datenblatt ist der Eingangsstrom: Jeder MPP-Tracker des X3-ULTRA verarbeitet bis zu 36 Ampere, der Kurzschlussstrom darf bis 45 Ampere betragen. Bei den kleineren SolaX-Serien sind es 20 Ampere je Tracker. Warum ist das relevant?
Modulhersteller haben in den vergangenen Jahren die Siliziumscheiben, aus denen die Zellen geschnitten werden, immer größer gemacht. Gängig sind heute Zellen mit 182 und 210 Millimetern Kantenlänge. Größere Zellen liefern bei gleicher Spannung mehr Strom. Ein Modul mit 210-mm-Zellen erreicht im Betrieb leicht 17 bis 18 Ampere.
Werden nun zwei Strings – also Reihen hintereinandergeschalteter Module – parallel an einen Tracker angeschlossen, addieren sich ihre Ströme. Das Diagramm zeigt, was dann passiert:

Liegt der Strom über der Grenze, kann der Tracker den optimalen Arbeitspunkt nicht mehr halten und regelt ab – ein Teil des möglichen Ertrags geht verloren. Bei kleineren Geräten plant man deshalb oft nur einen String je Tracker. Der X3-ULTRA dagegen nimmt auch zwei Strings aus großformatigen Modulen auf. Bei bis zu drei Trackern mit je zwei String-Eingängen lassen sich damit große Dachflächen mit mehreren Ausrichtungen sauber aufteilen.
Die wichtigsten Kennwerte
| Merkmal | X3-ULTRA (laut SolaX-Datenblatt) |
|---|---|
| Leistungsklassen | 15 / 19,9 / 20 / 25 / 30 kW, dreiphasig |
| MPP-Tracker | 2 oder 3 (je nach Variante), je 2 String-Eingänge |
| Max. Eingangsstrom je Tracker | 36 A (Kurzschlussstrom bis 45 A) |
| PV-Spannung | max. 1.000 V, Arbeitsbereich 120–950 V, Startspannung 200 V |
| Empfohlene max. PV-Leistung | 30 kWp (15 kW) bis 60 kWp (30 kW), also bis 200 % |
| Batterie | Hochvolt-Lithium, 120–800 V, 2 Eingänge, zusammen max. 60 A |
| Notstrom (EPS) | volle Nennleistung, kurzzeitig doppelte Leistung für 10 s, Umschaltung < 10 ms |
| Wirkungsgrad | max. 98,0 %, europäischer Wirkungsgrad 97,7 % |
| Parallelbetrieb | bis 10 Geräte, netzgekoppelt und im Inselbetrieb |
| Schutz | IP66, Überspannungsschutz Typ II auf DC- und AC-Seite, Lichtbogenerkennung (AFCI) optional |
| Umgebung | −35 bis +60 °C (über 45 °C Leistungsreduzierung) |
| Maße / Gewicht | 696 × 526 × 240 mm, 46–48,5 kg |
| Kühlung | temperaturgeregelte Luftkühlung (Lüfter) |
| Eigenverbrauch nachts | < 5 W |
Zwei Details sind für Deutschland interessant: In der Ländereinstellung nach der Netzanschlussregel VDE-AR-N 4105 ist die 25-kW-Variante auf 24,9 kVA und die 30-kW-Variante auf 29,9 kVA begrenzt. Das ist kein Zufall: Übersteigt die Summe aller Wechselrichter einer Anlage 30 kVA, verlangt die Regel einen zusätzlichen zentralen Netz- und Anlagenschutz (NA-Schutz) im Zählerschrank. Mit einem einzelnen 30-kW-Gerät bleibt man knapp darunter. Ob das im konkreten Fall reicht, hängt von der gesamten Anlage ab und wird bei der Planung mit dem Netzbetreiber geklärt.
Anders als der X3-IES-P ist der X3-ULTRA nicht lüfterlos. Bei hoher Leistung schalten sich Lüfter zu, was hörbar sein kann. Ein Technikraum, eine Garage oder eine geschützte Außenwand sind deshalb meist der bessere Montageort als ein Flur neben dem Schlafzimmer.
Speicher und Notstrom
Die zwei Batterieeingänge sind der zweite große Unterschied zu kleineren Geräten. Sie erlauben große Speicher und hohe Lade- und Entladeleistungen. Laut Datenblatt arbeitet der X3-ULTRA mit den Hochvolt-Speichern der SolaX-HS-Serie zusammen; vorgeschrieben sind dabei mindestens drei Batteriemodule. Liegt die Batteriespannung unter 180 Volt, begrenzt das Gerät den Batteriestrom auf 20 Ampere – auch das spricht für einen ausreichend großen Speicher. Welche Speicher wir verbauen, steht auf unserer Seite SolaX-Batteriespeicher.
Beim Notstrom stellt der X3-ULTRA die volle Nennleistung bereit und für 10 Sekunden sogar das Doppelte – genug, um Anlaufströme von Pumpen oder Kompressoren abzufangen. Die Umschaltung erfolgt laut Hersteller in weniger als 10 Millisekunden. Wie Notstrom im Detail funktioniert und was bei einem Stromausfall wirklich passiert, haben wir in SolaX-Notstrom im Detail beschrieben.
Mehr als ein Gerät: Parallelbetrieb und Generator
Bis zu zehn X3-ULTRA lassen sich parallel schalten – rechnerisch bis 300 kW. Das ist für Einfamilienhäuser nicht nötig, aber für größere Betriebe, Wohnanlagen oder Höfe interessant: Die Anlage kann mitwachsen, ohne dass das Konzept gewechselt werden muss. Laut Hersteller funktioniert der Parallelbetrieb auch im Inselbetrieb. Zusätzlich gibt es eine Generator-Funktion, mit der etwa ein Notstromaggregat eingebunden werden kann, wenn bei längeren Ausfällen die Batterie leer wird.
Für das Zusammenspiel mit großen Verbrauchern bietet das Gerät ein Lastmanagement, etwa für Wärmepumpe und Wallbox. SolaX gibt eine Reaktionszeit auf Laständerungen von 0,3 Sekunden an. Im Verbund mit dem Energiemanager SolaX XHub und den SolaX-Wallboxen lässt sich so PV-Überschuss gezielt verteilen.
Was bedeutet das für Sie?
- Typisches Einfamilienhaus (bis ca. 15 kWp): Hier ist der X3-ULTRA meist überdimensioniert. Ein X3-IES-P oder X3-HYB-G4 PRO ist kompakter, leiser und passt besser.
- Großes Haus mit Wärmepumpe und E-Auto (ab ca. 20 kWp): Der X3-ULTRA spielt seine Stärken aus – viel Modulleistung, große Speicher, hohe Notstromleistung.
- Großformatige Module: Wer Module mit sehr hohen Strömen einsetzen möchte, sollte die Stromgrenze je Tracker immer prüfen lassen. Hier ist der ULTRA mit 36 A im Vorteil.
- Mehrfamilienhaus, Hof, kleiner Betrieb: Parallelbetrieb und Generatoranschluss machen das System skalierbar. Für größere Gewerbeanlagen lohnt ein Blick auf unsere Seite Gewerbe & Industrie.
- Garantie: SolaX gewährt auf seine Hybrid-Wechselrichter 5 Jahre Herstellergarantie, verlängert auf 10 Jahre, wenn das Gerät mit der SolaXCloud verbunden ist. Diese Anbindung richten wir bei der Inbetriebnahme ein.
Die richtige Größe ergibt sich nicht aus dem Datenblatt allein, sondern aus Dachfläche, Verbrauchsprofil und Netzanschluss. Ein größerer Wechselrichter ist nicht automatisch besser – entscheidend ist, dass Module, Wechselrichter und Speicher zueinander passen.
Sie planen eine größere Anlage und möchten wissen, ob der X3-ULTRA zu Ihrem Vorhaben passt? Gerne prüfen wir das im Rahmen eines unverbindlichen Angebots.
Quellen
- SolaX Power: Datenblatt X3-ULTRA 15–30 kW (englisch, Version 2.3), solaxpower.com, abgerufen am 02.11.2026
- SolaX Power: Datenblatt X3-ULTRA (deutsch, Version 2.1.1), solaxpower.com, abgerufen am 02.11.2026
- SolaX Power: Produktseite X3-ULTRA, solaxpower.com, abgerufen am 02.11.2026
- VDE FNN: Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz (VDE-AR-N 4105:2026-03), inkl. FAQ zum zentralen NA-Schutz, vde.com, abgerufen am 02.11.2026
- PVPOWER.ME: SolaX-Wechselrichter und SolaX-Batteriespeicher (Garantiebedingungen nach SolaX EU, 09/2026), pvpower.me
