SolaX X3-IES-P im Detail: Wechselrichter und Speicher als ein Turm

Schematische Titelgrafik: Haus mit Solarmodulen auf dem Dach, daneben ein Turm aus Wechselrichter und gelben Batteriemodulen, Sonne im Hintergrund

Wechselrichter an die Wand, Speicherschrank daneben, dazwischen Kabel und Kommunikationsleitungen: So sahen viele Heimspeicher-Anlagen lange aus. Der SolaX X3-IES-P geht einen anderen Weg. Wechselrichter, Batteriemanagement und Speichermodule bilden einen gemeinsamen Turm. In unserer Reihe „SolaX im Detail“ sehen wir uns an, wie das System aufgebaut ist, was die Kennwerte im Datenblatt bedeuten und für welche Häuser es sich eignet.

Einfamilienhaus mit Solarmodulen auf dem Dach in der Abenddämmerung, an der Außenwand steht ein SolaX X3-IES-P Speichersystem
Der X3-IES-P ist nach IP66 geschützt und kann auch im Freien aufgestellt werden. Bild: SolaX Power

Was ist der X3-IES-P?

„IES“ steht bei SolaX für Intelligent Energy System, das „X3“ für den dreiphasigen Netzanschluss. Der X3-IES-P ist ein sogenanntes All-in-One-Speichersystem: Der Hybrid-Wechselrichter und die passende Batterie (Baureihe HS50E) sind aufeinander abgestimmt und werden als ein System geplant, montiert und in Betrieb genommen. Es gibt ihn in sieben Leistungsklassen von 4 bis 15 kW. Bei PVPOWER.ME ist er die Standardlösung für das typische Einfamilienhaus mit Speicher.

Kurz erklärt: Hybrid-Wechselrichter

Solarmodule und Batterien arbeiten mit Gleichstrom (DC), das Hausnetz mit Wechselstrom (AC). Ein normaler PV-Wechselrichter wandelt nur den Solarstrom um und speist ihn ins Hausnetz. Ein Hybrid-Wechselrichter hat zusätzlich einen Batterieanschluss: Er kann den Speicher direkt mit Solar-Gleichstrom laden, abends aus dem Speicher ins Haus liefern und bei einem Stromausfall einen eigenen Notstrom-Ausgang versorgen. Weil der Solarstrom auf dem Weg in die Batterie nicht erst in Wechselstrom und wieder zurück umgewandelt werden muss, spart das Umwandlungsverluste.

Aufbau: ein Turm statt zwei Geräte

Der Turm besteht von oben nach unten aus vier Bausteinen:

  • Wechselrichter (717 × 405 × 210 mm, laut Datenblatt rund 40 kg)
  • BMS-Einheit – das Batteriemanagementsystem überwacht Spannung, Strom und Temperatur der Zellen und schützt sie vor Überladung und Tiefentladung
  • Batteriemodule mit je 5,1 kWh Nennkapazität (je 47 kg)
  • Sockel

Am X3-IES-P lassen sich 2 bis 6 Module betreiben. Bis 4 Module bleibt alles in einer Säule; ein Turm mit 4 Modulen ist rund 1,92 m hoch und wiegt etwa 240 kg. Ab 5 Modulen wird der Speicher auf zwei Säulen verteilt, die über eine kleine Verbindungsbox gekoppelt werden. Die Gehäuse sind nur gut 20 cm tief und passen damit auch in einen schmalen Hauswirtschaftsraum oder in die Garage.

Produktfoto SolaX X3-IES-P: weißer Turm mit Hybrid-Wechselrichter oben und drei Batteriemodulen darunter
Der komplette Turm: Wechselrichter oben, darunter BMS und drei Batteriemodule.
SolaX X3-IES-P mit geöffneten Abdeckungen: Kühlkörper und Anschlussbereich des Wechselrichters oben, Batteriemodule darunter
Ohne Abdeckungen: Kühlkörper des Wechselrichters und gesteckte Batteriemodule.
Seitenansicht des SolaX X3-IES-P mit den Kühlrippen des Wechselrichters und der geringen Gehäusetiefe
Seitenansicht: Kühlrippen statt Lüfter, geringe Bautiefe.

Produktfotos: SolaX Power

Balkengrafik der Speicherkonfigurationen am X3-IES-P: 2 bis 6 Batteriemodule mit 9,2 bis 27,6 kWh nutzbarer Energie, Turmhöhen 1,28 bis 1,92 Meter, ab 5 Modulen zwei Säulen
Speichergrößen am X3-IES-P nach SolaX-Datenblatt, maßstäblich vereinfacht. Eigene Darstellung PVPOWER.ME.

Warum „nutzbar“ weniger ist als „Nennkapazität“

Ein Modul hat 5,1 kWh Nennkapazität, nutzbar sind laut Datenblatt 4,6 kWh, also rund 90 %. Der Rest bleibt als Reserve in den Zellen, damit sie nie ganz leer oder ganz voll betrieben werden. Das schont die Zellen und verlängert ihre Lebensdauer. Für die Planung zählt deshalb der nutzbare Wert: 9,2 kWh bei zwei Modulen, 27,6 kWh bei sechs Modulen.

Die Zellchemie: Lithium-Eisenphosphat

SolaX verwendet in den IES-Batterien Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP). Diese Zellchemie gilt als thermisch stabil und langlebig; sie kommt ohne Kobalt und Nickel aus. SolaX gibt mehr als 6.000 Ladezyklen an und gewährt 10 Jahre Garantie mit mindestens 70 % Restkapazität. Die Batterie ist nach der Sicherheitsnorm IEC 62619 für stationäre Lithium-Speicher zertifiziert. Das System arbeitet als Hochvolt-Speicher: Die Module sind in Reihe geschaltet, die Batteriespannung liegt je nach Modulzahl im Bereich von einigen Hundert Volt. Bei gleicher Leistung fließt so ein kleinerer Strom, was Verluste in Leitungen und Wandlern verringert.

Wie der Strom durch das System fließt

Im Inneren des Wechselrichters laufen drei Stufen zusammen: Die MPP-Tracker holen aus den Modulsträngen die jeweils bestmögliche Leistung heraus, ein gemeinsamer Gleichstrom-Zwischenkreis verbindet Solarseite und Batterie, und die Wechselrichterstufe erzeugt daraus dreiphasigen Wechselstrom für Haus und Netz. Die Batterie hängt über einen eigenen DC/DC-Wandler direkt am Zwischenkreis.

Schema des Energieflusses beim SolaX X3-IES-P: Solarmodule liefern Gleichstrom an den Hybrid-Wechselrichter, der mit dem LFP-Speicher Gleichstrom austauscht und Wechselstrom an Zählerschrank, Haushalt, Stromnetz und Notstromkreise abgibt
Energiefluss im X3-IES-P: Solarstrom, Speicher, Hausnetz und Notstromausgang hängen an einem Gerät. Eigene Darstellung PVPOWER.ME.

MPP-Tracker und Überdimensionierung

Ein MPP-Tracker (MPP = Maximum Power Point, Punkt der maximalen Leistung) regelt Spannung und Strom eines Modulstrangs laufend so nach, dass die Module gerade die höchstmögliche Leistung abgeben. Die Modelle mit 4 bis 6 kW haben zwei, die Modelle mit 8 bis 15 kW drei unabhängige Tracker. Das ist praktisch bei Dächern mit mehreren Ausrichtungen, etwa Ost und West, oder mit Gauben, die unterschiedlich verschatten. Jeder Tracker verarbeitet bis zu 20 A. Das reicht für die meisten aktuellen Hochleistungsmodule, wir prüfen die Kombination aber bei jeder Planung.

SolaX erlaubt bis zu 200 % PV-Leistung im Verhältnis zur Wechselrichterleistung, also zum Beispiel bis zu 30 kWp Module an einem 15-kW-Gerät. Diese Überdimensionierung ist sinnvoll, weil Module die volle Nennleistung nur selten erreichen. Ein kleinerer Wechselrichter läuft dann öfter im effizienten Bereich, und morgens, abends und im Winter kommt mehr Ertrag zusammen. An wenigen sehr sonnigen Mittagsstunden wird die Spitzenleistung zwar begrenzt, ein Teil dieses Überschusses kann aber direkt in den Speicher fließen.

Lade- und Entladeleistung

Ein einzelnes Batteriemodul liefert bis zu 5,1 kW. Mit zwei Modulen sind also rund 10 kW Lade- und Entladeleistung möglich, ab drei Modulen begrenzt der Wechselrichter selbst: Beim 15-kW-Modell sind es bis zu 15 kW. Das ist genug, um auch Lastspitzen, etwa wenn Wärmepumpe, Herd und Waschmaschine gleichzeitig laufen, weitgehend aus dem Speicher zu decken.

Notstrom: dreiphasig und schnell

Fällt das Netz aus, trennt der Wechselrichter das Haus vom Netz und versorgt die Stromkreise am Notstromausgang (EPS, Emergency Power Supply) aus Speicher und Modulen weiter. Die Umschaltzeit gibt SolaX mit unter 10 Millisekunden an. Router, Kühlschrank und Heizungssteuerung laufen in der Regel einfach weiter. Die Notstromleistung entspricht der Nennleistung des Wechselrichters, für bis zu 10 Sekunden verkraftet der Ausgang sogar die doppelte Leistung. Das hilft beim Anlaufen von Pumpen und Kompressoren.

Weil der X3-IES-P auch im Notstrombetrieb dreiphasig arbeitet und laut SolaX ungleich belastete Phasen versorgen kann, lassen sich auch Drehstrom-Verbraucher einbinden. Soll nicht nur ein Teil der Stromkreise, sondern das ganze Haus versorgt werden, kommt die SolaX EPS Box hinzu; die Umschaltung dauert dann etwa 0,5 Sekunden. Einzelheiten dazu erklären wir auf unserer Seite Notstrom & Ersatzstrom.

Lüfterlos, wetterfest und sparsam

  • Natürliche Kühlung: Der Wechselrichter kommt ohne Lüfter aus. Er arbeitet deshalb sehr leise, und es gibt kein bewegliches Verschleißteil.
  • Schutzart IP66: staubdicht und geschützt gegen starkes Strahlwasser, also auch für Carport oder Außenwand geeignet.
  • Temperaturbereich: Der Wechselrichter arbeitet von −35 bis +60 °C (oberhalb von 45 °C mit reduzierter Leistung), die Batterie von −30 bis +53 °C. Weil LFP-Zellen bei Kälte nur langsam geladen werden dürfen, hat die Batterie eine eingebaute Heizung.
  • Wirkungsgrad: maximal 98,0 %, europäischer Wirkungsgrad 97,7 %. Der europäische Wert ist ein gewichteter Mittelwert über verschiedene Teillasten und spiegelt den Alltag besser wider als der Spitzenwert.
  • Eigenverbrauch nachts: unter 40 W in Bereitschaft, unter 5 W im Ruhezustand.
  • Schutztechnik: Überspannungsschutz Typ II auf AC- und DC-Seite serienmäßig, ein Lichtbogen-Schutz (AFCI) ist optional erhältlich.

Die wichtigsten Kennwerte im Überblick

MerkmalSolaX X3-IES-P
Leistungsklassen4, 5, 6, 8, 10, 12 und 15 kW, dreiphasig
Max. empfohlene PV-Leistung8 bis 30 kWp (200 % der Nennleistung)
MPP-Tracker2 (4–6 kW) bzw. 3 (8–15 kW), je max. 20 A
PV-Spannungmax. 1.000 V, MPP-Bereich 110–950 V, Startspannung 140 V
Speicher2–6 Module HS50E à 5,1 kWh (LFP), 9,2–27,6 kWh nutzbar
Lade-/Entladeleistungbis 10,2 kW (2 Module), bis 15 kW (ab 3 Modulen, 15-kW-Modell)
Notstrom (EPS)dreiphasig, Umschaltung < 10 ms, 2-fache Nennleistung für 10 s
Wirkungsgradmax. 98,0 %, europäisch 97,7 %
Kühlung / Schutzartlüfterlos / IP66
Zyklen / Speichergarantie> 6.000 / 10 Jahre, mind. 70 % Restkapazität
Wechselrichter-Garantie5 Jahre, mit SolaXCloud-Anbindung 10 Jahre
Netzanschluss-Normen (DE)u. a. VDE-AR-N 4105, VDE 0126-1-1

Angaben nach SolaX-Datenblatt X3-IES-P (Version 2.0) und SolaX-Garantiebedingungen EU; Änderungen durch den Hersteller vorbehalten.

Alle Daten zum Nachlesen

Zusammenspiel mit anderen SolaX-Komponenten

Der X3-IES-P ist kein Insel-Gerät. Über die App SolaXCloud sehen Sie Erzeugung, Verbrauch und Speicherstand in Echtzeit und können Zeitpläne sowie einfache Wenn-dann-Regeln („Smart Scenes“) anlegen, etwa um bei vollem Speicher einen Verbraucher einzuschalten. Der Stromzähler im Zählerschrank lässt sich auf Wunsch kabellos anbinden, das spart Leitungen im Haus.

Für mehr Automatisierung kommen weitere Bausteine dazu: die Wallbox Smart EV Charger G2 für das Laden mit Solarüberschuss, die Adapter Box G2 für eine Wärmepumpe mit SG-Ready-Schnittstelle und der Energiemanager XHub. Der XHub steuert Wechselrichter, Speicher, Wallbox und Wärmepumpe zentral, nutzt Ertrags- und Verbrauchsprognosen und setzt die Steuersignale des Netzbetreibers nach §14a EnWG um. Einige der Prognosefunktionen setzen laut SolaX den XHub voraus. Einen Überblick gibt unsere Seite Wallbox & Energiemanagement.

Für wen eignet sich der X3-IES-P – und wann nicht?

Gut geeignet ist er für Einfamilien- und Doppelhäuser mit dreiphasigem Anschluss, etwa 5 bis 25 kWp PV-Leistung und einem Speicherbedarf zwischen rund 9 und 28 kWh. Wer ein leises Gerät für den Innenraum sucht, profitiert von der lüfterlosen Bauweise. Der Turm braucht wenig Wandfläche, aber einen tragfähigen Boden: Mit vier Modulen kommen rund 240 kg zusammen.

Andere SolaX-Geräte passen besser, wenn

  • nur ein einphasiger Anschluss sinnvoll ist: dann das Schwestermodell X1-IES (2,5 bis 8 kW),
  • ein sehr großer oder später stark wachsender Speicher geplant ist: der X3-HYB-G4 PRO mit zwei getrennten Batterieeingängen ist flexibler bei Speichergröße und -typ,
  • große Dachflächen, Wärmepumpe und E-Auto zusammenkommen oder ein Betrieb versorgt werden soll: der X3-ULTRA mit 15 bis 30 kW.

Alle Serien stellen wir auf unserer Seite SolaX-Wechselrichter vor, die Speicher auf SolaX-Batteriespeicher.

Was bedeutet das für Sie?

  • Speicher nach Verbrauch planen, nicht nach Maximum: Als Faustregel gilt etwa 1 kWh nutzbare Kapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch, mit Wärmepumpe oder E-Auto eher mehr. Ein Speicher, der regelmäßig voll genutzt wird, ist sinnvoller als ein sehr großer, der halb leer bleibt. Weil der X3-IES-P modular ist, können Sie später Module ergänzen, solange die Obergrenze von sechs Modulen nicht erreicht ist.
  • Wechselrichterleistung und Speicher zusammen denken: Die Lade- und Entladeleistung hängt von der Modulzahl und der Wechselrichtergröße ab. Wer hohe Lastspitzen aus dem Speicher decken möchte, sollte mindestens drei Module einplanen.
  • Notstrom gleich mitplanen: Welche Stromkreise im Ernstfall weiterlaufen sollen, legt man am besten schon bei der Planung fest. Nachträglich ist der Umbau im Zählerschrank aufwendiger.
  • Cloud-Anbindung nicht vergessen: Nur mit Verbindung zur SolaXCloud verlängert sich die Wechselrichter-Garantie von 5 auf 10 Jahre. Die Anbindung richten wir bei der Inbetriebnahme ein.
  • Aufstellort prüfen: Boden, Tragfähigkeit, Abstand zu Wärmequellen und der Weg zum Zählerschrank entscheiden mit darüber, wo der Turm stehen kann.

Ob sich eine bestimmte Speichergröße für Ihr Haus wirtschaftlich lohnt, hängt von Verbrauchsprofil, Stromtarif und Anlagengröße ab und sollte im Einzelfall durchgerechnet werden.

Wenn Sie wissen möchten, welche Konfiguration des X3-IES-P zu Ihrem Haus passt, legen wir sie gern anhand Ihres Verbrauchs aus – hier können Sie ein unverbindliches Angebot anfordern.

Quellen

  • X3-IES-P Datasheet (Version 2.0), SolaX Power, abgerufen am 24.09.2026: solaxpower.com
  • Produktseite X3-IES-P, SolaX Power Deutschland, abgerufen am 24.09.2026: de.solaxpower.com
  • Produktfotos und Anwendungsbild: SolaX Power (Marketingmaterial, de.solaxpower.com)
  • X3 IES – Produktinformationen und Dokumente, SolaX Knowledge Base, abgerufen am 24.09.2026: kb.solaxpower.com
  • SolaX-Technik bei PVPOWER.ME (Wechselrichter, Batteriespeicher, Notstrom, Garantiebedingungen EU 09/2026): pvpower.me/unsere-technik